Vier Tage in der ewigen Stadt Rom – Tag 1

    0
    2088
    Blick vom Petersdom auf das fast 3000 Jahre alte Rom

    Alle Wege führen nach Rom sagt man und so mache ich mich mit der Familie ein paar Tage vor Ostern auf den Weg in die ewige Stadt am Tiber.
    Leider hat der Flieger wegen eines Radwechsel ein paar Stunden Verspätung und so werden aus den eigentlich geplanten vier Tagen nur noch dreieinhalb Tage. Während wir also auf den Abflug warten, fängt es in Berlin am 31.03.! an zu schneien. Aber egal, in Rom warten auf uns angenehme 21 Grad und Sonnenschein…, T-Shirt Wetter und die Sonnenbrille im Gepäck, yeah 😎 .

     

    Ach so noch etwas…, jedes Bild kann auch angeklickt werden um es zu vergrößern

     

    Etwas außerhalb von Rom landen wir gegen Mittag auf dem „Leonardo da Vinci International Airport“. Von der Ankunftshalle geht’s auf direktem Weg zum Bahnhof Fiumicino (gute 5 Min Fußweg innerhalb des Flughafen). Unterwegs werden wir von einigen aufdringlichen Personen angesprochen, ob man ein Taxi oder Fahrkarten benötigt. Laß dich von diesen, teils „penetrant“ hinterherlaufenden Leuten nicht beirren, sondern gehe einfach weiter. Die Fahrt mit dem Taxi kostet vom Flughafen bis nach Rom ca. 46,- €!
    Es gibt zwei Zugverbindungen nach Rom. Eine kostet 14,- € (Fahrzeit 30 Min.) und die andere 8,- € (ca. 45 Min. Fahrzeit, Linie FL1). Wir entscheiden uns für die preiswertere Variante mit dem Regionalzug FL1 und wollen am Fahrkartenautomaten Tickets ziehen, der sich jedoch weigert unsere Karten auszuspucken. Ein netter Italiener zeigt uns den nur wenige Meter entfernten Zeitungsstand an dem wir ebenfalls die Fahrkarten kaufen können. Nicht vergessen, diese zu entwerten, da im Zug kontrolliert wird -schwarz fahren könnte also teuer werden- 😉 .

    Fontana del Tritone (1642) auf dem Piazza Barberini mit dem Familienwappen einer Biene

    Um in die Altstadt zum Piazza Barberini zu gelangen, fahren wir bis zum Bahnhof „Roma Tuscolana“. Nach einen ca. 5 minütigen Fußmarsch erreichen wir den U-Bahnhof „Ponte Lungo“ (die Straße vom Bahnhof nach oben gehen und an der Hauptstraße nach rechts). Am Automaten lösen wir noch mal einen Fahrschein für 1,50 € und können dann mit der U-Bahn bis zum Piazza Barberini fahren, wo wir unser Hotel erreichten.
    Acht geben sollte man auf seine Sachen, denn anscheinend sind Taschendiebe zumindest in der U-Bahn allgegenwärtig. Am U-Bahnhof Piazza Barberini rennen uniformierte und zivile Polizisten mehreren flüchtenden Kindern und Jugendlichen auf der Rolltreppe hinterher, die durch beherzte, sich in den Weg stellende Passanten aufgehalten und festgenommen werden.

     

    Spanische Treppe und Engelsburg

    Die spanische Treppe heisst auch nur so, weil sich hier die spanische Botschaft beim Vatikan befindet. Früher war dies spanisches Hoheitsgebiet und wer sich hier ohne Genehmigung aufhielt, konnte zum Militärdienst in Spanien verpflichtet werden.
    Am Piazza di Spagna beginnt die Via Condotti mit ihren Geschäften rund um die Modemarken Gucci, Dolge&Gabana, Armani etc. Wer eine prall gefüllte Kreditkarte sein eigen nennt, ist hier richtig.  Bezeichnenderweise heisst die exklusivste Kreditkarte der Welt (von American Express und handgefertigt aus Cabon): Centurion

    Spanische Treppe (1723-26) mit dem Piazza di Spagna
    Fotograf Berlin Marc Birkhoelzer www.birkhölzer.com
    Fontana della Barcaccia (1627-29) am Fuß der spanischen Treppe

     

     

     

     

     

     

     

    Weiter geht es entlang dieser interessanten Geschäfte und der Via Tomacelli, über den Tiber bis zur Piazza Cavour von dem man bereits die Engelsburg entdecken kann.
    Die Engelsburg war ursprünglich das Mausoleum des römischen Kaiser Hadrian, der von 76-138 n. Chr. lebte und die wir am Tag 3 unseres Rom-Aufenthaltes besichtigten (später dazu mehr).

    Engelsburg (135-139 n. Chr.) mit der zu gleichen Zeit errichteten Brücke „Pons Aelius“

    Nach dem wir die Engelsburg passiert haben, kann man in ca. 950 Meter Entfernung den in Rom irgendwie allgegenwärtigen Petersdom sehen. Dieser ist aufgrund seiner Höhe von 132 Metern an vielen Stellen in Rom immer wieder sichtbar.
    Also machen wir uns auf und gehen in Richtung des Piazza San Pietro (Petersplatz), wobei wir hier die zahlreiche Botschaften am Vatikan an der sehr breiten Strasse „Via della Conciliazione“ passieren.

    Die Brasilianische Botschaft am Vatikan
    Der Petersdom am Ende der Via della Conciliazione

     

     

     

     

     

     

     

     

    Am Petersplatz, bzw. kurz davor, wenden wir uns zunächst nach links. Hier findet man das Büro „Omnia Vatican & Rome“ (Anschrift: Piazza Pio XII, 9), in dem wir unseren zuvor über das Internet gekauften Sightseeing-Pass „OMNIA Vatikan & Rom“ abholen (ein Ausweis muss vorgelegt werden!).

    Büro für die Abholung Omnia Vatikan & Rom Karte und Treffpunkt zur Besichtigung des Vatikan
    Fotograf Marc Birkhölzer Berlin www.birkhölzer.com
    Omnia & Roma Pass für den Eintritt in den Vatikan und andere Sehenswürdigkeiten

     

     

     

     

     

     

     

     

     

    Der Pass (eigentlich sind es ja zwei) kostet die stolze Summe von 95,- € / Erwachsenen und beinhaltet den freien Eintritt in die Vatikanischen Museen mit der Sixtinischen Kapelle und in den Petersdom, ein dreitages Ticket mit den gelben Hop-On-Hop-Off Bussen, sowie den Roma-Pass (einzeln 36,- €) mit dem man zwei von insgesamt sechs weiteren Sehenswürdigkeiten besuchen kann. Weiterhin kann man kostenlos ab Erstbenutzung drei Tage lang mit den gesamten öffentlichen Verkehrsmitteln fahren kann (deswegen benutzen wir den Roma-Pass am ersten von den vier Tagen auch noch nicht).
    Die Mitarbeiterinnen in dem Büro sprechen neben italienisch nur englisch, sind aber sehr freundlich. Bei unserem Besuch war es hier recht leer, so dass wir unsere Pässe in ca. 10 Minuten in den Händen hielten. Da ich meinen Ausdruck mit der Reservierungsnummer zu Hause vergessen hatte, reichte der Mitarbeiterin auch ein Blick auf eine eMail in meinem Handy.

    Petersplatz und Petersdom

    Mit den Karten im Gepäck überschreiten wir nun die in ca. 100 Meter Entfernung „unsichtbare“ Staatsgrenze von Italien hinüber zur Vatikanstadt und stehen auf dem Piazza San Pietro (Petersplatz) vor dem Petersdom. Ausweise kann man hier getrost zu Hause lassen, die will offensichtlich niemand sehen und das, obwohl viele uniformierte Carabinieri zu sehen sind.., gibt es denn heute keinerlei Grenzkontrollen…? 😉 .

    Linke Seite des Petersplatz
    Rechte Seite des Petersplatz, oben rechts das Büro des Papst

    Der Petersdom, sowie wie wir ihn heute sehen, wurde von 1504 – 1633 gebaut. Unter ihm, genauer unter dem päpstlichen Hauptaltar, befindet sich die Grabstätte des Apostel Petrus der im Jahr 64 gekreuzigt wurde. Der Petersdom ist mit 233 Metern fast so lang wie der Petersplatz an seiner breitesten Stelle.

    Kolonnaden um den Petersplatz
    Der Petersplatz in seiner „runden“ Form

     

     

     

     

     

     

     

     

    An bestimmten Punkten (die auch markiert sein sollen) sieht man die Säulen der Kolonnaden (1656-67) wie eine einzige Reihe wirken…., ich habe in dem Menschengewimmel leider keinen dieser Punkte gefunden.

    Der Petersplatz ist von zahlreichen Touristen und Pilgern bevölkert, die gefühlt alle in den Petersdom wollen. Beim Anblick der ca. 500 Meter langen Warteschlange, die auf dem Petersplatz steht, weiß ich sofort, warum die 95,- € der Omnia Karte gut angelegtes Geld sind. Ein Buch, Verpflegung, mehrere Stunden Ausdauer und gute Nerven sind nötig, wenn man ohne die Omnia Karte in den Petersdom möchte. Mit dieser Karte werden wir am übernächsten Tag als „VIP“ einfach an den Wartenden vorbeigehen und 4-5 Stunden Zeit gespart haben. Einen Audio-Guide für den Petersdom gibt es zur Ausleihe kostenlos dazu (gegen Hinterlegung des Ausweis).
    Kleiner Tipp: Wer einen bestimmten Wunschtermin / -Uhrzeit für den Besuch des Peterdoms haben möchte, sollte sich frühzeitig im Büro der „Omnia Vatikan & Rome“ darum kümmern. Wer beim nächsten Foto (einfach mal anklicken) hinter den Obelisken schaut, entdeckt am Rand des Petersplatz und vor den Kolonnaden die Warteschlange.

    Vatikanischer Obelisk

    Der 33 Meter hohe und über 350 Tonnen schwere Obelisk, der ursprünglich in Alexandria in Ägypten stand und ohne Hieroglyphen ist,  wurde im Jahr 37 n. Chr. mit einem eigens dafür angefertigten Schiff nach Rom verbracht und in den damaligen Zirkus des Nero (heutiger Standort der Sakristei von St. Peter) aufgestellt. „Erst“ 1586 wurde er an seinem heutigen Platz auf dem Petersplatz aufgestellt. Dafür sollen 150 Pferde und über 900 Arbeiter nötig gewesen sein.

     

     

    Auf dem Petersplatz herrscht trotz der vielen Menschen eine besondere Atmosphäre, es ist sogar recht leise. Es scheint, als wäre dies der einzigste Ort in ganz Rom ohne die allgegenwärtigen Souvenierverkäufer.
    Nach dem wir uns einen ersten Überblick verschafft haben, geht es für heute mit einem letzten Blick auf den Petersdom zurück in die Altstadt von Rom. Wobei „Altstadt“ im Hinblick auf die Geschichte Roms ja mehr als relativ ist. Überlieferungen nach, soll Rom im Jahr 753 v. Chr. vom Romulus gegründet worden sein.

    Engelsfigur auf der Brücke der Straße „Corso Vittorio Emanuele II“
    Der Blick zurück auf den Petersdom

     

     

     

     

     

     

     

     

     

    Wir überqueren wieder den Tiber und gehen nun die „Corso Vittorio Emanuele II“ bis zum Largo Ottavio Tassoni, einem nichtssagenden Platz an einer belebten Straße. Von hier aus hat man jedoch einen ungewöhnlichen Blick auf die Engelsburg.

    Blick von der Straße „Via del Banco di Santo Spirito“ auf die Engelsburg und die davor befindliche Brücke

    Der Name „Engelsburg“ stammt im übrigen aus dem Jahr 590 n. Chr., als in Rom die Pest wütete und Papst Gregor I. über der Burg die Erscheinung des Erzengels Michael sah, der ihm das Ende der Pest verkündete.

    Wir gehen weiter und irgendwo hier in der Gegend, in einer kleinen Seitenstraße, kehren wir dann zum ersten Mal in ein kleines gemütliches Lokal ein, wo wir für 9,- € ein wirklich großes Bruschetta, eine Pizza oder Spaghetti und ein Getränk (Bier, Wein, Cola etc.) bekommen und uns für den Rückweg zum Hotel stärken.  Wer einiges mehr an Geld los werden möchte, darf gerne an den touristischen Sehenswürdigkeiten auf die Idee kommen, in einem Restaurant zu gehen. Das in vielen Reiseführern beschriebene Tisch- oder Gedeckgeld „Coperto“ haben wir übrigends nirgendwo bezahlen müssen…., ganz im Gegensatz zu Venedig.

    Weiter gehen wir durch verwinkelte Straßen, wobei ich manchmal das Gefühl habe in Venedig zu sein, da die Gassen sehr eng und schön anzusehen sind. Nur das Wasser fehlt. Die Geschäfte sind klein und meist mit allerhand Zeug vollgestopft, den niemand braucht. Autos können, sofern sie überhaupt Platz haben, meisst nur in eine Richtung fahren.

    Wo bitte ist der Kundenzugang in das Geschäft?
    Fotograf Berlin Marc Birkhoelzer www.birkhölzer.com
    Tür und Briefkasten in formvollendeter Eintracht

     

     

     

     

     

     

     

     

     

    Piazza Navona

    Wir kommen nach ein paar Gehminuten am Piazza Navona raus auf dem viele Schwarzafrikaner und Inder als Souvenierhändler Andenken „Rumstehscheiss“ und Selfie-Stangen für das Handy feil bieten. Diese Selfie-Sticks werden eigentlich an jeder Straßenecke in Rom angeboten. Die Preise schwanken von anfänglichen 26,- € bis „runtergehandelt“ auf 2,- € 😉 . Wir können jedoch den Versuchungen widerstehen und nutzen ggf. einen Arm für das Selfie.
    Die Piazza Navona geht auf das antike Stadion Domitian aus dem Jahr 86 n. Chr. zurück, dessen Vorläufer bereits durch den römischen Kaiser Julius Cäsar im Jahr 46 v. Chr. angelegt wurden. Auf den Rängen, auf den bis zu 30.000 Zuschauer platz fanden, sind im Mittelalter Häuser gebaut worden. Daher kann man den Grundriss des Stadions (275×105 Meter) noch recht gut erkennen. Reste des antiken Stadions kann man hier besichtigen.
    Auf dem Platz befinden sich der Neptun- und der Vierströmebrunnen, sowie die Kirche Sant’Agnese in Agone. Während meine Familie bereits das andere Ende des Platzes erreicht hat, mache ich noch schnell ein paar Fotos im vorbeigehen. Als Fotograf hängt man eigentlich immer hinterher und bekommt für das Fotografieren null Zeit. An den Gedanken, ein Stativ aufzubauen, brauche ich mich erst gar nicht gewöhnen.

    Neptunbrunnen
    Vierströmebrunnen
    Vierströmebrunnen
    Neptunbrunnen
    Piazza Navona mit der Kirche Sant’Agnese in Agone

    In der Mitte des Platzes geht die Via del Salvatore nach rechts ab, die in Verlängerung die Via Guistiniani übergeht.

    Das Pantheon

    Vom Piazza Navona sind es nur ca. 200 Meter bis zum Piazza della Rontonda, wo wir das gleichnamige, im Jahr 114 n. Chr. vom Kaiser Trajan begonnene und im Jahr 118 n. Chr. vom Kaiser Hadrian fertiggestellte Pantheon bestaunen können. Mehr als 1700 Jahre war die Kuppel des Pantheon die größte der Welt. Früher ein Tempel und ab 609 n. Chr. eine Kirche, dient das Pantheon bis in die heutige Zeit vielen bedeutenden Bauwerken als Vorbild ( z. B. der Rotunde im Alten Museum in Berlin).
    Auf dem Platz und vor dem Pantheon herrscht ein reges Treiben. Hier einfach ein Foto zu machen…., na ja nicht ganz einfach. So habe ich dann doch mal meine Kamera auf ein kleines, bodennahes Stativ geschraubt und mit einer sehr langen Belichtungszeit versucht, die Menschen „unsichtbar“ zu machen.
    Wie man sieht, bin ich nicht der einzigste, der mit Stativ fotografiert. einen Platz in der „ersten Reihe“ muss man sich wahrlich erkämpfen.

    Im Vordergrund der „Fontana del Pantheon“
    Das Pantheon in der blauen Stunde

     

     

     

     

     

     

     

    Von hier aus gehen wir durch weitere unzählige kleine Gassen im Abendlicht in Richtung zum Hotel am Piazza Barberini, wo wir zu späterer Stunde erschöpft in die Betten fallen. Gelaufen sind wir am ersten Tag knappe 10 Kilometer.

    Mein Fazit vom ersten Tag Rom:
    Rom…, eine sehr pulsierende Stadt mit unheimlich viel Kraftfahrzeugverkehr. Egal ob Autos oder die allgegenwärtigen Roller. Im Gegensatz zu Rom ist Berlin in dieser Beziehung ein Dorf….., hier lebt es sich wirklich ruhig!
    Was mir aber aufgefallen ist, als Fußgänger wird man beachtet! Sorfern man nur den Ansatz macht, irgendwo über die Straße gehen zu wollen, wird in die „Eisen“ gegangen. Da könnten sich Berliner Autofahrer eine Scheibe abschneiden.
    Es gibt in Rom auch so gut wie keine Hunde. In den Vier Tagen habe ich vielleicht eine Handvoll Hunde bemerkt und die waren vmtl. mit ihren Touristen-Herrchen unterwegs 😀 . Man braucht also im Gegensatz zu Berlin nicht ständig nach unten sehen.

    Den 2. Tag in Rom kann du hier lesen

    Hast du Fragen, Anregungen oder Tipps? Ich freue mich auf deinen Kommentar.

    Kommentieren Sie den Artikel

    Please enter your comment!
    Please enter your name here

    Bitte die Rechenaufgabe beantworten * Time limit is exhausted. Please reload CAPTCHA.